Motorbikes, Motorbikes, Motorbikes

HO CHI MINH – Am zweiten Tag stehen die Sights von Ho Chi Minh auf dem Programm. Und wenn mich jemand fragen würde, was das Wahrzeichen der Stadt ist, würde ich ohne zu zögern die Motorbikes antworten. Ho Chi Minh hat nicht wahnsinnig vieles an Sehenswertem zu bieten aber in einem Kaffee an einer grossen Kreuzung zu sitzen und den Verkehr zu beobachten hat schon seinen Unterhaltungswert. Bevor wir uns aber auf Tour machen, geniessen wir nach noch etwas unterbrochenem Schlaf und der ersten Kakerlake unter der Dusche ein deliziöses Frühstück – Pho Bo natürlich. Von der Besitzerin des Jan Hostel eigenhändig und frisch zubereitet. Sie geht jeden Morgen um 5.30 Uhr auf den Markt und bereitet dann das Frühstück für ihre Gäste zu.

Durch unser kleines Zwischengässchen an Hähnen putzenden Vietnamesen vorbei erreichen wir in einer Minute die Bui Vien, in der es zu Mittag noch gemächlich zu und her geht. Dann die erste Kreuzung. Ich traute meinen Augen nicht als ich sah wie viele Motorbikes überall (damit meine ich wirklich überall – auf der rechten Strassenseite, auf der linken Strassenseite (ich glaube in Vietnam würde man rechts fahren) auf dem Trottoir) herumfahren. Die Verkehrsregeln, insbesondere die Ampelfarben, spielen dabei keine Rolle, weshalb sich auf der Kreuzung eine Art mehrdimenisonaler Reissverschluss ergibt. Und was man mit diesen Motorbikes alles transportieren kann. Nebst einer vierköpfigen Familie passen da noch locker drei Packete, ein paar Pflanzen, etwas zu Essen, eine Flasche Gas und noch vieles mehr drauf. Eigentlich der ideale Umzugswagen. „Und hier müssen wir jetzt rüber?“ Ja! Mit ursprünglicher Todesangst schmeissen wir uns in das Getümmel. Und hei, es funktioniert. Der Verkehr ist zwar chaotisch aber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von geschätzt 15 km/h mit welcher er sich durch die Stadt schiebt, ergibt sich beim Überqueren der Strasse eine Art Blase um uns. Faszinierend.

Wenige Minuten später erreichen wir den Markt Ben Thanh. Dieser ist nicht anders als man ihn aus anderen südostasiatischen Städten kennt. Auch chaotisch, aber nichts Spezielles. Es wird von Essen über Kleidung, Schmuck bis zu Souvenirs und natürlich vietnamesischem Kaffee alles verkauft resp. einem angedreht.

Weiter gehts zum Saigon River, wo plötzlich ein Gewitter aufzieht, weshalb wir uns für eine kleine Pause in einem süssen Restaurant niederlassen, etwas trinken und unser Käferspiel spielen. Es heisst eigentlich Hive.

Nach dem Gewitter geht es weiter zur Kathedrale Notre Dame von Saigon, zum Hauptpostamt, zum Wiedervereinigungspalast und zurück in die Bui Vien, wo nun langsam aber sicher Leben aufkommt. In einer gemütlichen Bar erhalte ich von Pusgi die ersten Basics über das Fotografieren mit einer Spiegelreflex Kamera mitgeteilt. Geübt wird, wie könnte es anders sein, an einem Motorbike, das nicht weit von uns entfernt parkiert steht. Bis der Englischtest korrigierende vietnamesische Lehrer am Tisch neben uns aufsteht und mit dem Testobjekt davon fährt. In einer kleinen Boutique gibts kurz danach das erste Souvenir, eine Armkette aus Tiegeraugen. Die wollte ich mir vor drei Monaten schon in Thailand kaufen, waren mir aber überall zu weit. Nun passte sie.

Nach einer Verschnaufpause im Hostel und einem Tipp zum Abendessen von der Hostelbesitzerin finden wir uns in einer Schlange vor einem offensichtlich begehrten Restaurant wieder. Das Warten lohnt sich. Das Essen des ursprünglich aus Hanoi stammenden, sehr freundlichen Restaurantbesitzer ist einfach nur köstlich! Während eines ungefähr 15-minütigen Stromausfall kann das Essen bei etwas Ruhe in der sonst so lauten und quirligen Bui Vien noch mehr genossen werden. Zum Abschluss geht es auf ein Saigon Bier in die Bui Vien in der am Samstag Abend das Nachtleben der Vietnamesen oder wie sie glauben, dass das der Touristen ist, fast so amüsant ist wie der Verkehr.