Atemberaubende Tempel von Angkor

SIEM REAP – Beim nicht asiatischen aber leckeren Zmorge entschieden wir uns für ein TukTuk ohne Guide und die Dreitageskarte. Etwas später als ursprünglich vorgesehen fahren wir im TukTuk von unserem Driver Chat (Tschat, nicht Tschät ausgesprochen) in Richtung Ticket Counter, wo wir entgegen unserer Erwartungen eine ziemlich kurze Schlange vorfinden und somit unser Ticket rasch kriegen. Mithilfe unseres Reiseführers und Chat stellen wir uns für die nächsten beiden Tage eine gescheite Route zu den von uns favorisierten Tempeln zusammen und machen uns gleich danach auf den Weg.

By the way: Dieser Beitrag wird ungleich der bisher verfassten eher aus Bildmaterial als Text bestehen. Obwohl auch Bilder die Schönheit und Dimension eines Tempels diesen Ausmasses nicht wiedergeben können, erscheint es mir doch die geeignetere Form. Mein iPhone und die SD Karten von Pusgis Spiegelreflex Kamera sind nahezu voll mit Bildern aus allen den Tempeln und ich versuche hier einige der besten Shots zusammenzufassen.

Gestartet haben wir unsere Tour gestern beim etwas weiter entfernten Banteay Srei, weshalb wir uns im TukTuk noch etwas zurücklehnen resp. den Abschnitt zum Tempel im Reiseführer lesen konnten. Atemberaubend war auf der Fahrt hauptsächlich der Staub, der mir immer noch in der Luftröhre zu stecken scheint.

Weiter gehts zum Preah Khan, der uns aufgrund seiner Grösse massiv beeindruckt. Dank der im Reiseführer abgedruckten Karte der Anlage finden wir im teilweise noch bewachsenen Gelände immer wieder beschriebene Reliefs, Gebäudeteile und zuletzt wieder den Ausgang über die Brücke über den Wassergraben, die von Männern getragen wird.

Der nächste Tempel namens Neak Pean ist eigentlich nicht gross, jedoch wegen seines Standortes auf einer Insel (da die Regenzeit erst gerade vorüber ist, war tatsächlich ein See und nicht nur Sumpf) bekannt. Im Wasser stehen zahlreiche abgestorbene Bäume. Ich hatte natürlich etwas schiss über den schmalen Steg ohne Geländer bis zur Insel zu gehen. Pusgis Stimmung wurde dann eher im Tempel drin massiv bedeckt, als er feststellte, dass er einen Filter nicht mehr von seinem gerade erst errungenen Kameraobjektiv weg kriegt. Ein positiver Punkt hatte diese Tatsache aber (ich darf das nun so schreiben, da er den Filter am Abend im Guesthouse wieder weggekriegt hat): Die Tempelbesuche konnten um einiges rascher abgehalten werden. 😉

Danach steht Ta Som, der wegen seines Osttors, das von einem Baum überwuchert wird, bekannt ist, auf dem Programm.

Die beiden letzten Tempel waren dann noch der östliche Mebon und der Pre Rup. Diese schienen uns ziemlich ähnlich, wobei Pre Rup etwas höher ist was anhand des schweisstreibenden Treppenaufstiegs deutlich erkennbar war. Dafür wird man mit einer grandiosen Aussicht über den Baumkronen belohnt.

Komplett niedergeschlagen aber mit irrsinnigen Eindrücken geben wir für den ersten Tag auf und lassen uns zurück zum Guesthouse fahren. Dort angekommen stürzen wir uns unter eine kalte Dusche, in frische Kleidung und in eine Lounge im Garten des Guesthouse. Dort gibts eine erste Partie Pilzli-Brätli-Spiel, es heisst eigentlich Fungi und wird von uns nur so genannt, weil das Ziel des Spiel es ist, möglichst viele Pilze zu braten. Viel weiter als in den guesthouseeigenen Garten schaffen wir es nach diesem Tag dann auch gar nicht mehr. Wir geniessen im Restaurant ein leckeres Amok und Pad Thai, informieren uns über die am zweiten Tag zu besichtigen Tempel und ich mache Bekanntschaft mit einem herzigen Frosch. Ach und ja, Pusgi hat mit einer Pinzette und etwas Murksen den Filter wieder von seinem Objektiv weg gebracht.

4.00 Uhr am Morgen, der Wecker klingelt. Wir wollen den Sonnenaufgang hinter Angkor Wat, dem beeindruckendsten aller Angkor Tempel, sehen gehen. Um 5.00 Uhr starten wir mit Chat in Richtung der Anlage. Die Stimmung bei Dunkelheit in einem der bekanntesten Tempel der Erde umgeben von Urwald ist furchteinflössend und mystisch zugleich. Als ich die fünf weltbekannten Türme vor dem langsam heller werdenen Himmer erblicke bleibt mir tatsächlich für eine kurze Zeit der Atem aus. Wahnsinn! Wir warten mit x-tausend anderen Besucher auf den Sonnenaufgang und erkunden dann bei Tageseinbruch und somit angenehmen Temperaturen Angkor Wat. Pusgi interessiert sich natürlich hauptsächlich für die Architektur, mich begeistern die Legenden, die mithilfe der im Reiseführer gemachten Erklärungen in den Reliefs teilweise klar erkennbar sind. Beeindruckend! Ich finde keine Worte für diese Dimensionen und die Schönheit und selbst der Architekt meinte: Der Typ war einfach nur grössenwahnsinnig! Als wir dann über eine äusserst steile Treppe in den zentralsten und somit höchsten der fünf Türme (das Zentralheiligtum, wie es übrigens genannt wird) aufsteigen und wir, wie im Reiseführer beschrieben, das mystische Zentrum von ganz Kambodscha betreten, läuft es mir kalt den Rücken runter. Und nein, damit ist nicht der Schweiss gemient – obwohl es unterdessen schon wieder bedrückend heiss war. Wir hatten nämlich sage und schreibe fast drei Stunden um die Anlage zu erhaschen. Zum Schluss können wir doch noch (am Morgen war es vor lauter Menschen nicht möglich) das weltbekannte Bild, bei dem sich der Tempel im Teich spiegelt, schiessen und die ersten Affen sehen. Eigentlich schon erschöpft nach nur einem Tempel kommen wir zurück zu Chat.

Als zweites machen wir uns auf zum Phnom Bakheng, der auf einem Berg steht. Diesen Tempel haben wir für uns alleine und ist abgesehen von der Aussicht vom Berg nicht wirklich erwähnenswert. Die bleibendste Erinnerung ist eigentlich die handflächen grosse Spinne, der wir während des ca. 20-minütigen Aufstiegs auf den Berg begegnet sind.

Spürbar energetisert treffen wir bei Angkor Thom ein. Wieder ein unglaublicher Tempel, der sich auf einer riesigen Fläche in Form von verschiedenen Gebäuden zeigt. Beim Bauphuon hat mich vor allem die Geschichte, dass dieser total zerlegt und wieder zusammengesetzt (erst im Jahr 2011) wurde begeistert. Verlassen von Kräften haben wir aber auf die Begehung der obsteren Etagen verzichtet. Über die königlichen Terassen gelangen wir dann zurück in den Bayon. Ein unglaublich komplexer Bau, den wir ebenfalls aufgrund fehlender Kräfte kaum erfassen mögen. Beeindrucken sind jedoch die vielen Steingesichter, die einem oben an den Türmen anlachen. Als ich Pusgi in den finsteren und engen Gängen zwischen all den Ecken, Winkeln und Säulen verloren habe, bekam ich dagegen etwas Panik. Auf dem Weg zurück zu Chat, beschliessen wir von den ursprünglich angedacht verbelibenden sechs Templen nur noch der bedeutendste zu besichtigen.

Aus dem TukTuk können wir die anderen dennoch in kurzen Augenblicken von aussen erhaschen. Zuletzt steht also noch Ta Prohm auf dem Programm. Dieser unterscheidet sich nochmals eindeutig von den schon besichtigten Tempeln wehalb wir kurzerhand frische Energie schöpfen und die Zeit zu vergessen scheinen. Ta Prohm wurde nicht stark restauriert, im Reiseführer steht geschrieben, dass er noch ziemlich so vorzufinden ist, wie ihn die französischen Forscher einst entdeckten. Das ist zwar auch etwas übertrieben, in der Tat aber kommt in Ta Prohm ein wenig Archäologe-Feeling auf. Viele Teile des Tempels sind nicht begehbar, viele eingestürtzt und das bekannteste an ihm, viele Mauern sind von riesigen Bäumen also hauptsächlich deren Wurzeln überwachsen.

Erschöpft kehren wir zurück zum TukTuk, wo uns Chat um ca. 13.00 Uhr zurück zum Guesthouse fährt. Für die Entscheidung gegen das Velo sind wir besonders dankbar. Den Nachmittag und Abend verbringen wir ziemlich energielos ausschliesslich im Garten des Guesthouses. Um nicht einzuschlafen spielen wir Spiele, organisieren die Weiterreise nach Battambang, trinken Kaffee, suchen Unterkünfte in Sri Lanka, wo es nach Kambodscha und Thailand hingeht. Das Lesen des Reiseführers von Sri Lanka nach zwei Tagen wie diesen ist aber in der Tat keine gute Idee. Die dort sehenswerten Tempel erscheinen alle ziemlich munzig und unspektakulär. Versuchen wir es in ein paar Tagen nochmals. Morgen freuen wir uns beide auf einen Tag Pause. Ausser Ausschlafen steht ziemlich nichts auf dem Programm.