Aus dem Spital an den Strand

KOH CHANG – Schon fast lange ist es her, seit ihr etwas zum Lesen gekriegt habt. Die letzten dreieinhalb Tage galten der Erholung. Und nein, damit ist nicht Pusgis Lebensmittelvergiftung gemeint. Als wir, respektive er, am Sonntag nach etwas über 24 Stunden aus dem Spital entlassen wurde, fühlte er sich bereits um einiges besser und Essen konnte er auch wieder den richtigen Weg herum. Er wollte sogar den einen Kilometer vom Spital zurück zum Hostel zu Fuss gehen anstatt ein Taxi zu rufen. Wir sind es ruhig angegangen und tatsächlich tat dieser kleine Spaziergang gerade gut. Als wir beim Hostel ankommen ist es schon zu spät um die letzte Fähre nach Koh Chang noch zu erwischen, zudem wollten wir uns keinen weitern Stress antun, wehalb wir den Aufenthalt in Chanthaburi erneut um eine Nacht verlängerten. Das Personal ist sichtlich erfreut, dass Pusgi wieder auf den Beinen ist und grinst uns schon von weitem an. Am Morgen darauf genossen wir das erste und letzte Frühstück in Chanthaburi zu zweit. Pusgi hat schon wieder so einiges gegessen und natürlich im anschluss brav sein Antibiothika genommen, das er nun noch für fünf Tage einnehmen muss. Bald nach dem Frühstück verabschieden wir uns mit grösster Dankbarkeit für die Unterstützung beim Hostelpersonal und fahren ausnahmsweise einmal in einem Privattaxi zum Fährenterminal um endlich nach Koh Chang zu gelangen. Die Fährenüberfahrt dauert nur knapp 30 Minuten und die Schiffe übertreffen unsere Erwartungen, die wir zugegebenermassen augfrund von Forenbeiträgen ziemlich tief nach unten geschraubt hatten. Einmal auf der Insel angekommen erreichen wir nach einer steilen, kurvenreichen Fahrt das Paradies auf Erden. Unser kleines Häuschen mit einer Terrasse direkt am Strand. Ein Traum – die Welt ist wieder in Ordnung! Bevor wir uns in Bikini und Badehosen schmeissen gilt es dann, unseren riesigen Berg an Wäsche (in Chanthaburi habe ich nur das Dringendste waschen lassen) in einen Laundry Service zu bringen. Sage und schreibe 9 kg Wäsche geben wir ab. Wenig später finden wir uns in der hoteleigenen Strandbar auf eine frische Kokosnuss wieder. Der Schreck der letzten Tage beginnt langsam aber sicher zu verblassen.

Am Abend können wir von unserem Häuschen aus den wunderschönen und beeindruckenden Sonnenuntergang bestaunen, bevor wir uns ins kleine Dörfli auf die Suche nach etwas Essbarem begeben. Es gibt Fried Pineapple und ein (ausnahmsweise einmal nicht scharfes) Curry für Pusgi. Obwohl er dem Gericht noch nicht so ganz traut verzerrt er es restenlos – ohne weiteren Zwischenfälle. Der Ausblick am darauffolgenden Morgen aus dem Bett auf den noch leeren Strand und das ruhige Meer im morgendlichem Licht – es raubt mir fast den Atem. So unglaublich schön!

Die letzten drei Tage gleichen einander sehr stark. Ausschlafen, Frühstücken, Eincremen, Sonnenbaden, Baden im Meer, Lesen, Schlafen, Sein, Geniessen, frische Kokosnüsse schlürfen, Elefanten beim Baden im Meer zuschauen, Krebse, Vögel und Gekos beobachten, sich am Strand in einem Strohhüttli massieren lassen, leckere Thai-Gerichte Znachtessen und wieder schlafen gehen. Es tut unglaublich gut einfach in den Tag zu leben und die Zeit zu zweit zu geniessen. Wir realisieren gerade, dass wir die Art von Ferien bitter nötig hätten, ihr aber wohl etwas zu wenig Zeit auf unserer Reise eingeräumt haben. Aus diesem Grund geniessen wir jede Sekunde und saugen auf was wir nur können. Ich persönlich merke, wie sich meine Batterien förmlich wieder aufladen.