Bangkok zum zweiten

BANGKOK – Mit etwas weniger Sonnencreme im Gepäck, dafür etwas mehr Sommersprossen auf der Nase machen wir uns am Donnerstagmorgen wiederwillig aus dem Paradies in Richtung Bangkok. Doch schon als wir im Bus sitzen ist der Modus von Ferien wieder in Reisen gewechselt und das ungute Gefühl lässt nach. Die Fahrt in einem Minibus zeigt sich ziemlich unspektakulär , bis neben Pusgi ein äusserst gesprächiger Franzose mit super schönem Akzent im Englisch (immerhin spricht er Englisch, zu Hause wollen sie nie Englisch können) Platz nimmt. Wir befürchteten schon, dass wir nun sechs Stunden bis nach Bangkok zugetextet werden, aber der Schreck liess nach ungefähr einer Stunde nach. Nach ungefähr einem Drittel der Strecke müssen wir tanken und dazu alle aus dem Auto aussteigen und uns vom Auto entfernen. Es sei einmal ein Auto explodiert weil der Driver beim Tanken geraucht habe, die logische Folgerung daraus ist nicht etwa, dass man beim Tanken nicht mehr raucht, sondern, dass die Fahrgäste während dem Tanken und Rauchen aus der Gefahrenzone müssen. Soweit verstanden! Gegen 4 Uhr Nachmittags treffen wir bei unserem Hostel in Bangkok ein. Dort durchqueren wir zuerst einen äusserst begrünten Innenhof, wo wir anschliessend an der Rezeption mitgeteilt bekommen, dass sie uns kostenlos in ein Zimmer der höheren Klasse umegeteilt haben. Die Zimmer seien erst gerade fertiggestellt worden und sie brauchen nun Feedback, was darin noch fehlt oder Verbesserungsvorschläge. Das Zimmer ist ein Traum! Das ganze Hostel ist ein Traum. Die Zimmer sind in Containern und die kleinen feinen Details sind im industrial look gestaltet. Ob es bewusst so ist oder nicht sauber gearbeitet wurde, lassen wir einmal offen. Aber es passt auf jeden Fall und ist chic! Da wir beide nicht das erste Mal in Bangkok sind, haben wir uns bewusst gegen das Stadtviertel der Kao San Road entscheiden und damit absolut das Richtige getan. Das als hipp geltende Stadtviertel Ari zeigt sich (für Bangkok) ziemlich ruhig und mit unzählig vielen kleinen Kaffees sehr einladend. Wir machen uns also auf in das hippe Viertel um etwas zum Znacht zu finden. Dabei fragen wir uns, wieso Bangkok das zweite Mal so viel schöner erscheint. Ist es weil man weiss auf was man sich eingelassen hat? Ist es weil wir schon seit drei Wochen in Asien herumfahren und in diesem Flow drin sind (den ersten Schock hatten wir dieses Mal in Ho Chi Minh)? Oder ist es nur weil wir die Kao San gerne meiden? Wir wissen es nicht, aber Bangkok ist auf jeden Fall schön!

Da wir uns auch die klassischen Touristen Sights wie Wat Prah Kaeo oder Königspalast nicht antun wollen und ich zudem noch das eine oder andere kaufen sollte, gehts am Freitag ins Stadtviertel Siam, wo sich ein grosser Shoppingkomplex an den nächsten reiht. Für mich gibt es ein paar luftige lange Hosen und einen noch stärkeren Anti-Mücken Spray. Seit Koh Chang bin ich nämlich übersäht vor lauter Stichen, weshalb nun eine konsequentere Lösung her muss. Pusgi hat mir tröstend erklärt, dass es genetisch bedingt sei ob man gestochen wird oder nicht. Sagt er, der noch quasi keinen einzigen Stich hatte – Danke dafür. Zudem gehts wieder einmal in eine Apotheke. Diesmal bin ich es und genau ein solcher Stich, der Unruhen bereitet. Seit ungefähr fünf Tagen nämlich bildet sich um einen der Stiche ein unglaublich juckender roter Kreis. Es sei eine allergische Reaktion auf den Stich, also nichts gefährliches und mit einer Salbe soll es besser werden. Mal sehen.

Am Nachmittag gehts dann an die Wasserfront, wo ich Pusgi ein sehr süsses Restaurant zeigen will, das ich im Sommer entdeckt hatte. Damals hatten wir da leider nicht Platz zum Essen, weshalb wir nun etwas früher dran waren. Auf einer Dachterasse ganz vorne am Wasser mit Aussicht auf den beleuchteten Wat Arun geniessen wir ein sehr leckeres Thai Curry und schliessen unseren ersten Teil der Reise ab. Morgen nämlich geht unser Flieger nach Sri Lanka, dem wir mit einem lächelnden und einem weinenden Auge entgegensehen.