Vom Sigiriya Rock, Dambullas Gastroszene und meinem Bernweh

DAMBULLA – Am Morgen danach gehts nach erfolgreichem Check out ein Haus weiter. Mit dem Zug fahren wir erneut nach Colombo Fort, wo wir zuerst (zufolge der Empfehlung des Hostelpersonals) den Zug nach Dambulla respektive Habarana zu erwischen versuchen. Ausser Spesen nix gewesen, es gibt am Tag nur zwei Züge nach Habarana und die sind beide schon weg. Also machen wir uns auf an den am Vortag entdeckten Busbahnhof. Noch nicht einmal dort angekommen, schreit uns schon ein Ticketverkäufer an und fragt wo wir hin wollen. Keine 30 Sekunden später sitzen wir schweissgebadet in einem Bus nach Dambulla. Die Fahrt ist zwar sehr heiss (Pusgi meinte wir hätten uns besser die Badehosen angezogen) und eng, aber für die umgerechnet 1.35 CHF eigentlich ziemlich angenehm. Etwas mehr als fünf Stunden später erreichen wir Dambulla. Roi, unser Host, holt uns von der Busstation (übrigens Busstationen gibt es in Sri Lanka eigentlich kaum – die definieren sich danach wo Leute ein- oder aussteigen wollen) ab und wir sind wegen der vielen aufdringlichen TukTuk Fahrer auch gerade froh darum. Einmal im Homestay angekommen, lernen wir ein sehr einfaches Zimmer…….ber, der uns innert kürzester Zeit einen unglaublich leckeren Welcomedrink zubereitet, kennen. Roi beantwortet uns sämtliche Fragen, die wir rund um Dambulla haben, bietet an für uns unsere Wäsche zu waschen, stellt uns kostenlos zwei Velos zur Verfügung und fährt uns am Abend mit seinem Auto in die Stadt zum Znacht. Unglaublich! Bevor es aber zum Znacht in die Stadt geht, erkundschaften wir diese mit unseren Velos auf eigene Faust. Weil Dambulla aber nur sehr klein ist und wenig zu bieten hat, sind wir kurz danach wieder zurück im Homestay. Auf die Frage ob er ein gutes Restaurant in der Stadt kennt, antwortet Roi mit drei Namen. Wir picken uns eines heraus uns lassen uns von ihm dorthin fahren. Wir sind nahezu alleine im Restaurant und von Gemütlichkeit ist keine Spur. Kaum haben wir fertig gegessen, erhalten wir unaufgefordert die Rechnung. Noch etwas trinken und spielen ist hier wohl nicht erwünscht. Also machen wir uns nur wenig später zurück zu unserem Homestay, wo wir noch vor 8.00 Uhr im Bett sind. Das ist aber eigentlich gar keine schlechte Sache, da wir am nächsten Morgen früh zum Sigiriya los wollen.

Um 6.30 Uhr klopft es an unserer Türe. Roi hat uns ein unfassbares sri lankesisches Frühstück gezaubert, auf das wir uns gerne stürzen. Um 7.00 Uhr soll uns das TukTuk, das uns Roi organisiert hat, abholen, um in Richtung Sigiriya zu starten. Doch dann erfahren wir, dass Roi selber uns zum Felsen fährt, was für uns natürlich auch in Ordnung ist. Als er dann aber meinte, dass er auf dem Parkplatz warte, um uns nach dem Besuch wieder zurück zu fahren, bekamen wir allmählich ein schlechtes Gewissen. Dennoch wollte er das anscheinend für uns tun und wir nahmen die Unterstützung an. Aufgrund der noch kühlen Temperaturen entschieden wir uns zuerst auf den Hügel zu klettern und anschliessend das Museum zu besuchen. Nachdem wir also das saftige Ticket erworben und uns von Roi veranschiedet haben, machen wir uns auf in Richtung Felsen. Wir haben noch nicht einmal den gesamten Garten durchquert als uns die Schweissperlen schon auf die Stirn schiessen und wir ausser Puste kommen. Nichts desto trotz machen wir uns an die Treppen rauf auf den Felsen. Und obwohl es heiss war und wir oben ziemlich pflotschnass ankamen, können wir sagen (und wir gehören mit Sicherheit nicht zu den sportlichsten Personen auf dieser Insel momentan) es ist nicht so anstrengend, wie man überall liest. Nein, wir hatten nicht einmal Muskelkater am Tag danach. 🙂 Während des Aufstiegs gibt es eigentlich drei relevante Zwischenstopps (Wolkenmädchen, Spiegelgalerie und Löwentreppe), wovon wir die Spiegelgalerie nicht sehr eindrücklich fanden. Der letzte Abschnitt nach der Löwentreppe erfort etwas Schwindelfreiheit, doch die Überbleibsel der Tempel und natürlich auch die Aussicht auf die Umgebung sind es definitiv Wert. Rund zwei Stunden später stehen wir wieder beim Eingag (der nun vor lauter Touristen zu überlaufen droht), wo wir zum Schluss noch das Museum besuchen. Dort finden wir nebst einem Modell der gesamten Anlage, das nicht nur für den Architekten sehenswert war, auch einen Dokumentarfilm, in dem man digital durch die rekonstruierte Anlage fliegt. Natürlich sind dort auch noch viele, für uns weniger spannende, Fundstücke ausgestellt. Erst durch das Modell und den Film realisieren wir, wie mächtig die gesamte Anlage, die weit mehr als nur der Felsen ist, tatsächlich war respektive immer noch ist und wir wünschten uns, wir hätten das Museum vorab besucht. Wir sind uns einig, Sigiriya ist mindestens genau so beeindruckend wie Angkor Wat!

Auf dem Rückweg besuchen wir einen sogenannten Spice Garden, wo wir die einheimischen Pflanzen, die für die ayurvedische Medizin verwendet werden, kennen lernen. Der Rundgang an sich ist eigentlich sehr spannend und beeindruckend, die Cremen und Öle, die uns anschliessen schmackhaft gemacht werden jedoch massiv überteuert und die Natürlichkeit der Inhaltsstoffe sehr fragwürdig. In einem Park lädt uns Roi auf sri lankesische Süssigkeiten ein, wovon die meisten zwar lecker aber einfach zu süss sind. Zurück im Homestay ruhen wir uns für ein paar Stunden aus, bevor wir uns gegen 15.00 Uhr mit unseren Velos auf den Weg zu den Höhlentempeln machen. Diese erreichen wir nur knapp 10 Minuten später und auch da warten ettliche Treppen auf uns. Die Tempel an sich sind weniger spektakulär (die Buddha-Figuren beeindrucken zwar durch ihre Grössen, sind aber für meinen Geschmack zu kitschig verziert) und gleichen einander sehr stark, weshalb wir nur knapp eine Stunde dort verweilen. Dafür klettern wir für den Sonnenuntergang auf den Felsen hinter unserem Homestay. Keine anderen Leute (nur zwei, drei streunende Hunde), wunderbare Aussicht (man erkennt sogar den Sigiriya) und irrsinnig schönes Licht!

Zum Abschluss dieses sehr gelungenen Tages lassen wir uns von Roi ins andere von ihm empfohlene Restaurant fahren. Auch dieses Lokal kann eher mit dem leckeren Essen als mit dessen Gemütlichkeit punkten. Wir haben noch nicht einmal ausgegessen als sie schon neben unserem Tisch warten und fragen ob sie abräumen können. Kaum abgeräumt kommt unaufgefordert die Rechnung, kaum bezahlt wird schon der Tisch abgeputzt. Noch nie habe ich mich in einem Restaurant derart nicht willkommen gefühlt und ich sehnte mich gerade danach die Berner Altstadt ab zu schlendern und in einem gemütlichen Kaffee etwas zu trinken, zu spielen und einfach zu sein. Ein gemütliches Restaurant in Dambulla wäre wohl definitiv ein funktionierendes Geschäftsmodell, denn anscheinend sind alle anderen Touristen etwas ähnlich verloren wie wir.