Bella Ella

ELLA – Nach Nuwara Eliya freuen wir uns allmählich schon wieder auf wärmere Temperaturen an unserem nächsten Stop in Ella. Die Reise dorthin wird aber etwas herausfordernd, da wegen der nationalen Ferien über die Feiertage die öffentlichen Verkehrsmittel aus allen Nähten zu platzen scheinen. Mit einem erneut sehr leckeren Frühstück im Magen verabschieden wir uns von der gastfreundlichen Familie und versuchen unser Glück auf dem ersten Zug, der 9.30 Uhr nach Ella fährt. Mit über 30 Minuten Verspätung schleicht der sage uns schreibe drei Wagen lange und natürlich total überfüllte Zug in den Bahnhof ein. Auch nur in die Nähe des Zuges zu kommen war ein Ding der Unmöglichkeit. Wir bleiben also am Bahnhof zurück. Die Frage war nur ob es sinnvoll wäre, auf den 11.00 Uhr Zug zu warten oder ob wir uns gleich ein Taxi buchen konnten. Da sich im nächsten Zug Pusgis Eltern (Siuv und Res) sowie sein Bruder mit seiner Freundin (Märcu und Andrina) befinden, fragen wir bei denen nach, wie das Befinden im Zug sei. Anscheinend gäbe es da noch freie Sitzplätz, was uns ziemlich stutzig machte, denn am Schalter in Nanu Oya bestätigte man uns, dass keine Sitzplätze mehr erworben werden können. Etwas später erhalten wir die Nachricht, dass Märcu beim Schaffner für uns zwei Sitzplatztickets (wohl auf sehr offiziellem Weg;) ) ergattern konnte. Wir setzen uns also am Bahnhof hin und warten auf den nächsten Zug. Die Wartezeit vertreiben wir mit dem Beobachten von streunenden Hunden, gierigen Krähen und nicht sehr geschickten Tauben. Amüsant war es auf jeden Fall! Die Zugfahrt gestaltet sich durch die wundervolle Umgebung erneut sehr beeindrucken, aufgrund der vielen Diskussionen mit Pusgis Familie aber ziemlich kurzweilig.

Vom Bahnhof in Ella werden wir (Pusgi und ich) von unserem Host abgeholt. Unser Homestay ist etwas abgelegen, hoch oben in den Hügeln. Ausser dem Pfeiffen von Vögeln und dem Zirpen von Grillen ist hier nichts zu hören. Das Häuschen steht in einem irrsinnig schönen Blumengarten und die Aussicht ist der wahnsinn! Die Temperaturen sind angenehm warm aber nicht schweisstreibend heiss – perfekt! Auf der Terrasse geniessen wir unseren Welcome Tea und leckere Gingerbisquits.

Am Abend treffen wir uns mit Pusgis Familie in der Stadt. Ella ist viel touristischer als was wir bis jetzt von Sri Lanka kennengelernt haben aber sehr süss. Hier gibt es einladende Restaurants, ein paar süsse Lädeli, viele Leute und natürlich wunderschöne Bergumgebung. In einer gemütlichen aber eher westlichen Bar gibts ein Apéro – fürs Abendessen verschieben wir in ein authentischeres Restaurant, wo wir unglaublich feine verschiedene Currys geniessen.

Bei wundervoller Aussicht und strahlend blauem Himmel gibts am Tag darauf Zmorge, das uns für den nachfolgenden Aufstieg auf den Little Adam’s Peak stärkt. Verschwitzt kommen wir auf dem Gipfel an und werden mit einer schönen Aussicht (wenn es noch etwas klarer gewesen wäre, hätten wir von da aus das Meer sehen können) belohnt. Auf dem Rückweg warten wir bei der Nine Arche Bridge fast eine Stunde auf den massiv verspäteten Zug und geben dann knapp 30 Minuten zu früh, als es zu regnen beginnt, auf. Den Gleisen entlang laufen wir zurück nach Ella, wo es in ein erneut ziemlich westliches Restaurant zum Apéro hingeht. Zum Znacht sind wir alle sechs bei der Gastfamilie von Märcu und Andrina eingeladen, die uns unglaublich lecker bekochen. Als sie für den Aufwand kein Geld entgegen nehmen wollten und wir zum Schluss sogar noch eine Packung originalen sri lankesischen Tee geschenkt bekommen, erfahren wir einmal mehr die unglaubliche Herzlichkeit der Sri Lankesen.

Am letzten Tag in Ella steht bei uns Ausspannen auf dem Programm. Nach Ausschlafen, Zmörgele, Lesen und in gemütlichen Kaffees frischen Fruchtsäften schlürfen, etwas Shoppen gehts schon bald wieder zum Apéro – das sind Ferien! 🙂