Auf Strand-Entdeckungstour mit dem Mottoguzzi

TANGALLE – Kaum in Tangalle angekommen, zieht es uns natürlich schon an den Strand – Bikini satteln, eincremen und los. In einem gemütlichen Strandrestaurant gönnen wir uns nach nicht all zu langem Strandaufenthalt eine frische Kokosnuss und Papadam zum Knabbern. Papadam sehen aus wie Fasnachtsküchli, sind aus Kichererbsen- oder Linsenmehl herkestellte sehr dünne Fladen, die getrocknet und anschliessen frittiert werden. Unglaublich lecker! Am Abend geht es wegen erneuten Regenfällen in ein nahegelegenes Restaurant. Das Essen dort war zwar im Vergleich zu was wir uns langsam gewohnt waren eher abfallend aber der kurze Marsch durch den Regen war es Wert.

Nach einem erneut unglaublich leckeres Rice&Curry zum Zmorge finden wir uns auf der Suche nach einem Motorbike for rent und werden bald fündig. Mit dem Töff (den wir liebevoll unseren Mottoguzzi nennen) fahren wir von Tangalle bis nach Talalla und klappern dazwischen alle hübschen Strände ab. Unser Favorit – Hiriketiya Beach wird für den morgigen Strand- und Surftag auserkoren. Zum Znacht fahren wir zurück nach Tangalle, wo wir nach dem Essen ungefähr eine Stunde mit unserem Gastgeber, Harald (ja, er ist ein Sri Lankese) über Gott und die Welt plaudern. Er erzählt uns, dass er dieses Guesthouse aufbaue um es anschliessend seinem „Bruder“, ein Kind, das im Bürgerkrieg beide Elternteile verloren hat und von Haralds Mutter aufgezogen wurde, zu übergeben. Er habe dafür sieben Jahre in Südkorea gearbeitet, weil da der Lohn statt 250 USD fast 2000 USD im Monat sei. Wir lernen einen unglaublich selbstlosen und herzlichen Harald kennen, dessen Art sich im Guesthouse wiederspiegelt.

Ganz nach meinem Vorsatz im Leben, immer wieder mal was Neues auszuprobieren/zu lernen, miete ich mir (zusammen mit Pusgi) am Tag darauf am Hiriketiya Beach ein Surfboard und wage mich zum ersten Mal überhaupt in die Wellen. Nein, ich habe nicht literweise Salzwasser geschluckt – aber durch die Nase in den Rachen erhalten. Eine Nasennebenhölenentzündung habe ich wohl in den nächsten paar Tagen nicht. Und von verstopfter Nase kann auch keine Rede mehr sein. Wie auch immer – surfen ist schwieriger als es nach meinen Analysen der anderen Surfern wirkte. Dennoch habe ich es nach x Versuchen tatsächlich zwei oder drei Mal geschafft auf dem Board zu stehen und ein paar Meter zu surfen. Wie das ausgesehen hat will ich gar nicht wissen. Nebst dem, dass das Paddeln und das wieder aufs Board kommen mit der Zeit muskulär schon ziemlich anstrengend ist, würde surfen aber wirklich Spass machen. Das wird sicher nicht mein letzter Versuch gewesen sein.

Znacht gibts heute in einem authentischen Restaurant in Tangalle. Der Besitzer hat das hemmungsloseste und fröhlichste Lachen, das ich seit Zeiten gehört habe, ist sehr gastfreundlich und hat ab und an einen lustigen Spruch auf Lager. Als Märcu sein Devilled Chicken spicy bestellt und fragt ob er sterben werde, folgt eine kleine Pause und dann nur das nicht verwechselbare Lachen. Daraufhin wurde spicy zu medium spicy. Für mich gibts, wer hätte es gedacht, Rice&Curry. Und wieder einmal ist es deliziös!