Abschied von den Fuchser Kiwis

PAPAMOA – Die verbleibenden Tage zwischen Coromandel und unserer Weiterreise nach Rotorua sind eher ruhig. Am Dienstag gehts für Marco, Papi und mich auf den Golfplatz. Bis zu diesem Tag meinte ich, dass Golf spielen nur was für alte, reiche Männer sei, weshalb ich mit wenig Erwartung und neutraler Einstellung mitfahre. Nach Theorierunden und Trockenübungen angeleitet durch Marco starten wir bei Loch 1. Papi spielt wegen seiner Rückenschmerzen (die übrigens schon seit der Ankunft in Neuseeland andauern) nicht, läuft aber mit. Und tatsächlich muss ich zugeben Golfen macht richtig Spass und vor allem: Ist nicht zu vergleichen mit Minigolf, was ich ziemlich langweilig finde. Und so kommt es, dass Marco und ich alle 9 Löcher durchspielen, obwohl er meinte beim ersten Mal verleide es einem nach einiger Zeit. Zwischen Loch 5 und 6 gibts einen Snack im Golfrestaurant. Zum Znacht werden wir von Tanias Eltern auf ein BBQ eingeladen, was sehr lecker und äusserst kurzweilig ist. Endlich lerne ich den Mann kennen, der mich auf meinen Kinderfotos auf den Armen hält – es ist Tanias Vater.

Mittwoch starten wir ausnahmsweise einmal etwas später dafür zu viert. Weil Tania heute nicht so viel Arbeit zu erledigen hat, kann sie uns auf unserem Ausflug zu den blue springs begleiten. Die Quellen haben ihren Namen mehr als nur verdient! Wohl noch nie in meinem Leben habe ich derart blaues und klares Wasser in freier Natur fliessen sehen. Der Ort an dem wir unsere Picknick-Decke aufschlagen und Zmittag schnousen haben wir fast für uns alleine und ist sehr idyllisch – der Weg, den wir im Anschluss dem Wasser entlang gehen nahezu märchenhaft. Ab und an können wir Enten, Fische oder Sumpfhühner beobachten, in Erinnerung bleiben aber hauptsächlich die Farben dieses Wassers. Bilder sagen mehr als Worte – überzeugt euch selbst. Meiner Meinung nach können aber auch Bilder diese Farben und die Stimmung am Fluss nicht wiedergeben.

Zum Znacht gibts diesmal eine äusserst leckere Gemüsequiche von Tania, zum Dessert eine frische neuseeländische Wassermelone, als Bettmümpfeli Videos aus Zeiten, in denen ich noch um Puppen gestritten habe…

Donnerstag ist Shoppingtag. Papi und ich wollen uns für unsere Weiterreise ein kleines Zelt und eine einfache Campingausrüstung kaufen, damit wir ab und an auch auf einem Campground übernachten und somit ettliches an Geld sparen können. Zudem braucht er noch ein paar weitere Shorts und ich.. naja, ich finde eigentlich immer etwas. 😉 Nebst einem Nagellack und einem Duftöl finde ich hauptsächlich einen günstigen, kleinen Wanderrucksack, nach solch einem ich schon länger (nicht für diese Reise, sondern für die Berge zu Hause in der Schweiz) auf der Suche bin. Präventiv habe ich mich auch bereits erkundigt, was ein grösserer Koffer für die Heimreise kosten würde – Spass beiseite.

An unserem letzten Tag begeben wir uns zusammen mit Marco in den Bush – also in einen neuseeländischen wilden Wald. Der Wald wird nicht von Menschen bewirtschaftet und reguliert sich selbst – beeindrucken wie intakt die Natur wäre, wenn wir nicht hineinpfuschen würden. Jede Pflanze hat ausgeklügelte Mechanismen um ihr Überleben zu sichern. Die Wanderung, die knapp zwei Stunden dauert, ist unglaublich schön und vor allem ruhig. Ausser Zikaden, wilden Tauben, vielen Tui’s (neuseeländischer Vogel, der sehr lustig singt) und uns scheint niemand im kühlen und feuchten Wald zu sein. Totale Entspannung! Bevor wir zurückfahren gibts einen Snack vom KFC.

Zum Znacht treffen wir uns in Mt. Maunganui mit Tatiana zu einem Abschiedsessen. Es geht zum Mexikaner, wo wir die gemeinsame Zeit mit Margarita und Nachos zum Apéro ausklingen lassen. Gleich über die Strasse kauft mir Tania als verspätetes Geburtstagsgeschenk ein am Tag zuvor gesichtetes aber nicht gekauftes schlichtes aber sehr schönes schwarzes Kleid, an dem ich eine riesige Freude habe. Nach dem Znacht gilt es von Tatiana und am nächsten Morgen dann auch von Marco und Tania Abschied zu nehmen.