Stadtgrove in der Hauptstadt Neuseelands

WELLINGTON – Auf dem Weg von New Plymouth nach Wellington fahren wir durch unglaubliche Weiten von Nichts. Nicht hat’s nicht einmal schöne Natur, einfach nur nichts. Und jeder der mich kennt weiss wie fest ich mein urbanes Leben liebe. Umso erlöster fühle ich mich, als die Zivilisation wieder dichter, die Häuser wieder höher und die Strassen wieder belebter werden. Wir sind in der Hauptstadt angekommen. Nach dem Check-In in unsere (für meine Verhältnisse) Luxus-Suite machen wir uns auf Entdeckungstour. Durch die quirlige und sehr belebte Cuba Street mit unzählig vielen Shops und Restaurants gehts an die Waterfront, die viel Platz für individuelle Entfaltung lässt. Die einen fahren Rad, die anderen baden, wieder andere essen ein Eis, spielen im nahe gelegenen Frank Kitts Park oder schlendern einfach wie wir gemütlich auf und ab. An einem Ort stehen Schiffscontainer als Ladenlokale für hiesige Künstler und Unternehmer bereit. Diesem lebhaften Geschehen schaue ich nur alzu gerne bei Bier und einer zu gross geratene Portion Süsskartoffel Fries (ah, ich liebe Süsskartoffel Fries!!) zum Apéro zu.

Nach einem leckeren Zmorge in einem Café an der Cubastreet, gehts am Tag Nummer 1 zum Wellington Cable Car. Für uns Schweizer ist die Bahn, die etwas zwischen Marzili- und Gurtenbähnli ist und nebenbei noch in der Schweiz hergestellt wurde, keine grosse Attraktion. Dennoch müssen wir dieses must-see von Wellington natürlich abhacken können. Oben angekommen werden wir mit einem atemberaubenden Ausblick über die Stadt und einem wunderschönen botanischen Garten belohnt. Zudem sichtet Papi auf dem Hügel ein Planetarium – da wusste ich schon was mir blühte. Weil wir aber über das Wochenende hier sind, schon Samstag Mittag war und es mich noch vor Ladenschluss in die Läden zieht, konnte ich diesen Besuch zumindest vorübergehend umgehen. Wir fahren mit dem Bähndli zurück nach unten in die Stadt, wo wir in er nähe des Frank Kitt Park einen Underground Market, einen Markt in einer Tiefgarage, besuchen, über eine sehr künstlerisch gestaltete Brücke schlendern und in einem sehr gemütlichen Restaurant am Wasser leckere Muscheln mit Chips – also Frites – essen. Nach einer Shoppingrunde entlang der Cubastreet ruft uns eine der wenigen Pflichten, die man auf längeren Reisen hat nach Hause – wir müssen waschen. Sobald dies erledigt ist, die Sonne langsam unter geht und die Sterne zum Vorschein kommen – ihr ahnt schon – gehts nochmal zurück auf den Hügel ins Planetarium. Die Show, die wir zu Beginn besuchen erinnert mich an meinen Physik-, Chemie- und Biologieunterricht im Gymnasium und obwohl sie wohl für Kinder konzipiert war, habe ich wenig bis nichts verstanden. Obwohl mich das All, die Planeten und Sterne sowie die physikalischen und chemischen Gesetze dahinter wenig bis gar nicht interessieren, war dies aber noch der besste Teil des Besuchs. Die Ausstellung im Anschluss war zwar interaktiv und witzig gestaltet aber ich habe diese in gefühlt einem Viertel der Zeit abgeklappert gehabt, die Papi dafür verwendete. Spannend war dann hingegen das riesige Teleskop, das in einem separaten Raum von einem der Museumsmitarbeitenden aufgestellt wurde um die Sterne live zu beobachten.

Im Vergleich zum Samstag starten wir den Sonntag nach einem selfmade Zmorge in unserer Suite wieder mit dem Auto. Wir fahren zum Mt. Victoria Aussichtspunkt, von wo aus wir die ganze Stadt, den Flughafen und das Meer überblicken können. Im Anschluss gehts weiter ins Zealandia – etwas zwischen Zoo und Naturschutzgebiet. Es ist eine Art Park, in dem einheimischen Tieren, vor allem Vögel, ihr natürlicher Lebensraum gewährt wird. Die Tiere sind also frei, werden aber teils mit Futter für Besucher angelockt. Nebst den Tieren bietet das Naturschutzgebiet aber auch irrsinnig schöne Wanderrouten in beindruckender Natur. Wir entschieden uns bewusst für eine kürzere Route, lassen uns dafür genügend Zeit um immer wieder nach Tieren Ausschau zu halten und wir können tatsächlich die einen oder anderen einheimischen Vogelarten beobachten. Besonders lustig behalte ich die Kaka – ein einheimischer wilder Papagei – in Erinnerung. Den Besuch schliessen wir mit einem Snack im parkeigenen Café und Wellington mit der Suche nach dem Fährenterminal für Morgen und einem leckeren Znacht in einer Pastaria ab.