Queenstown im Schatten von Wanaka und Wolken

QUEENSTOWN – Der Ankunftstag in Queenstown zeigt sich bewölkt und ab und zu sogar etwas regnerisch. Ungefähr so wenig Begeisterung wie für das Wetter kommt nach einem ersten Spaziergang durch die Strassen für die Stadt auf. Aus meiner Sicht viel weniger Charme als Wanaka – das Zentrum nicht sehr viel grösser aber wegen der unzähligen Touristen viel weniger herzlich. Nach Check-In fahren wir, aus „Unlust“ nochmals ins Zentrum zu gehen, in einen Supermarkt und kaufen uns Zutaten für ein selfmade Znacht ein. Mal schauen ob ich nach drei Monaten noch kochen kann. 😉 Gar nicht mal so schlecht wurde das nicht sehr anspruchsvolle Menü. Vom gemütlichen Lesen auf der Terrasse mit Blick über den Lake Wakatipu werde ich nach dem Essen sehr rasch von einer weiteren Regenschauer verschäucht.

Etwas demotiviert und mit sehr wenig Erwartungen starte ich in den kommenden Tag. Bewusst meiden wir heute Queenstown selbst und fahren nach Arrowtown, wo wir (also vor allem Papi) uns mit dem Goldgräbertum beschäftigen wollen. Das kleine aber sehr feine Goldgräberstädtchen überrascht mich aber sehr positiv und ich schöpfe neue Motivation. Wir schlendern durch das Dörfli, trinken Kaffee im Garten eines sehr süssen Cafés, besuchen das Goldgräbermuseum, schauen Touristen beim Goldschürfen (ja, es hat immer noch Gold drin!) im Fluss zu, essen leckeres Eis und verlassen Arrowtown mit einem positiven Gefühl. Weiter gehts zur Arrow River Bridge, wo einst das Bungy-Springen erfunden wurde und heute immer noch praktiziert wird. Eine ganze Weile schauen wir den Verrückten dabei zu, wie sie kopfüber 43 Meter von der Brücke bis fast in den Fluss springen und tatsächlich kommt in mir eine klitzekleine Lust auf es auch zu versuchen. Dieses Ringen mit mir selst war wohl auch der Grund, weshalb wir so lange dort waren. Die Ausrede, dass wir sonst morgen nochmals hinfahren können schien mir nach der ganzen Zeit jedoch einfacher als der Sprung von der Brücke.

Nach einer Verschnaufpause im Backpacker gehts zu Fuss Richtung Queenstown, wo wir vor dem Abendessen noch mit dem Gondeli auf den Berg fahren. Für einen kleinen Moment kommt trotz kurzer Hose und T-Shirt ein wenig Ski-Feeling auf. Die Gondelfahrt ist für uns Schweizer natürlich nichts Spezielles, die Aussicht über die Stadt und den See ist die Fahrt aber dennoch Wert. Weil es auser Rodeln (oder zumindest sowas Ähnlichem) auf dem Berg aber nicht sehr viel zu machen gibt, sind wir schon bald einmal wieder unten in der Stadt, wo wir beim Thailänder (ja, meine Asienreise ist schon ausreichend lange zurück, dass ich wieder Lust auf asiatisches Essen habe!) lecker Znacht essen.

Auch Tag drei startet bewusst nicht in Queenstown und nach sehr wenig Schlaf für mich wieder einmal ziemlich träge. Wir fahren nach Glenorchy, wo wir eigentlich auf dem Lake Wakatipu Kanufahren wollen. Die kühlen Temperaturen lassen aus der Kanufahrt aber einen Lagoonenspaziergang werden, bevor wir aufgrund des wenig spektakulären Dorfs Glenorchy bald einmal wieder zurückfahren. Auf dem Weg gibts über eine Gravel Road einen Abstecher zum kleinen Lake Moke, den mir ein Arbeitskollege empfohlen hat. Guter Geheimtipp! Ausser ein paar Fischer und einer Gruppe Reiter keine Menschen – dafür eine Horde hungriger Enten und leider Schwärme von noch hungrigeren Sandflies. Dennoch wunderschön! (Wegen schlechter Akkubedingungen leider ohne Fotos.)

Und wer sich nun fragt ob wir nochmals zur Arrow Brige fuhren.. Nein, dafür blieb „leider“ keine Zeit mehr. 😉 Aber Bungy-Springen kann man ja auch in der Schweiz..