Wildlife und Citylife

DUNEDIN – Bevor wir uns auf den Weg von Te Anau nach Dunedin machen, statten wir dem Bird Sanctuary in Te Anau einen Besuch ab. Den Tipp, dort um 9.30 Uhr am Morgen die Fütterung der Tiere zu begleiten haben wir am Vortag von Neil erhalten. Hauptsächlich hat uns die Tatsache dort die sehr seltene und für Te Anau bedeutende Vogelart Tokahe bestaunen zu können dazu bewogen dieser Zwischenstopp einzulegen. Die grossen kleinen Tokahe mit ihren riesigen Füssen lassen unsere (oder zumindest meine) Begeisterung für Vögel massiv steigen, weshalb wir am Schluss für die gesamte Fütterung bleiben und nebst den Tokahe weitere einheimische Vogelarten wie beispielsweise den Kaka beobachten. Dann aber machen wir uns auf die lange und nicht sehr erwähnenswerte Fahrt nach Dunedin, wo wir gegen 3 Uhr bei Jenny, unserer Air B‘n‘B Gastgeberin, einchecken. Weil Hannah, die älteste Tochter von Jenny, heute ihren 18ten Geburtstag feiert ist zu Hause ziemlich viel los und wir machen uns schläunigst wieder aus dem Staub.

Bevor wir uns in einem Restaurant zum Znacht und Planen der nächsten zwei Tage niederlassen, besuchen wir etwas ausserhalb von Dunedin den wunderschönen Tunnel Beach, schlendern durch das Oktagon (das Zentrum des Zentrums von Dunedin) und bestaunen einige Gebäude im typisch viktorianischen Baustil. Unter anderem entzückt der Bahnhof, an dem übrigens kaum Züge fahren und dementsprechend auch wenig Leute anzutreffen sind, das ehemalige Gefängnis und viele imposante Kirchen. Nach dem Znacht suchen wir einige der bekannten Wandmalereien von Dunedin, trinken in einem süssen Café ein Kaffee zu einem leckeren Brownie und kehren schlussendlich in das sich beruhigte Haus von Jenny zurück.

Der nächste Morgen startet früh und hungrig. Auf dem Plan steht ein Roadtrip über die Halbinsel Otago, wo man die einzige sich auf „Festland“ befindende Royal Albatross Kolonie bestaunen kann. Fälschlicherweise hatten wir das Gefühl unterwegs an einem Restaurant oder einem Café vorbei zu fahren, weshalb wir schlussendlich ganz aussen auf der Halbinsel ankommen ohne etwas zum Zmorge gefunden zu haben. Zudem ist auch das Albatrosscenter zu der frühen Stunde noch geschlossen, glücklicherweise öffnet wenig nach unserer Ankunft ein nahegelegenes Touristenzentrum, wo wir ein Kaffee und etwas Zmorge bekommen. Frisch gestärkt gehts zurück zum Albatrosscenter, wo wir uns eine Tour zu den riesigen mövenartigen Vögel buchen. Tatsächlich können wir aus dem Beobachtungshäuschen von blossem Auge zwei bis drei Nester erkennen, auf denen einer der Riesenvögel sitzt. In einem kann sogar das Jungtier erspäht werden und meine gestrig entwickelte Begeisterung für Vögel steigt weiter an. Etwas enttäuscht darüber keinen Albatross beim Fliegen gesehen zu haben (immerhin hat das Tier eine Flügelspannweite von 3 Meter!) verlassen wir nach einem Snack das Center und begeben uns für einen kurzen Augenblick auf eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform. Und gerade als ich meinem Papi sagen wollte, dass die Chance hier ein fliegender Albatross zu sehen wohl sehr klein sei (die Eltern wechseln sich nur alle 4 bis 5 Tage beim Brüten der Jungtiere ab), gleitet doch tatsächlich ein solch riesiger Vogel an uns vorbei. Einfach nur atemberaubend!

Nach diesem Erlebnis und einem gescheiterten Versuch an den Sandflie Bay zu gelangen, wo nach der Dämmerung kleine Pinguine zu beobachten wären, fahren wir mit einer Französin und einer Holländerin auf der Rückbank (die haben quasi am Snadflie Bay geautostöpplet) zurück in die Stadt. Bevor wir uns auf dem Heimweg ein schnelles Znacht gönnen, besuchen wir zusammen mit haufenweise Chinesen und/oder Japaner die Baldwin Strasse. Das ist die steilste Strasse der Welt.

Tag zwei in Dunedin ist nun endlich wieder etwas wärmer und steht unter dem Moto Citylife. Nach einem leckeren Brunch in einem Café nahe des Oktagon gehts zuerst ins Toitu Otago Settlers Museum, wo wir uns von einer spannenden und sehr interaktiven Ausstellung über die Geschichte von Dunedin begeistern lassen. Ein absolutes Highlight ist jedoch das spektakuläre Gebäude, das mich ein wenig ans KKL in Luzern erinnert. Der Nachmittag gestaltet sich mit Schlendern durch die Strassen, Shoppen, Kaffee trinken, Sushi snacken, Bierbrauerei besichtigen und weitere Wandmalereien bestaunen ziemlich gemütlich. Znacht gibts zur Abwechslung wieder einmal ein richtig leckeres Curry an der Sonne direkt im Oktagon. Dunedin, du hast es mir definitiv angetan – die genau richtige Mischung aus Natur und Stadt!